Die Mensur
(Siehe auch CC-Blätter Nr. 3 u 4/78: Die Geschichte des studentischen Fechtens, Handbücher des CC, Satzung und Comment des Berliner Waffenringes)
vor 1347
Deutsche Studenten führen an den ausländischen Universitäten Waffen, um sich zu verteidigen
ab 1347
auch an deutschen Universitäten tragen Studenten Waffen (Damals war es nötig, bewaffnet auf Reisen zu gehen, da es eine wirksame Durchsetzung des Rechtes noch nicht gab.).1347 wurde in Prag die erste deutsche Universität gegründet.
1514
Kaiser Maximilian verbrieft den Studenten das Recht, Waffen zu tragen. Mittlerweile haben die Schußwaffen die blanke Waffe als militärische Waffe ersetzt. Übergang vom Hieb- zum Stoßfechten.
1546
Erstes überliefertes Duell zwischen Studenten in Königsberg
1550
erste Anstellung eines reinen Universitätsfechtmeisters in Jena. Rostock folgt 1560.
Die Fechtschule Kreusler entwickelt das Stoßfechten bis zur Perfektion.
1570
erstes Edikt gegen Duelle in Wittenberg
17./18.Jh.
allgemeine Verrohung der Sitten
1767
in Göttingen wird ein Hiebcomment eingeführt und der Korbschläger entwickelt. Hintergrund ist die Besorgnis über die vielen Todesfälle durch Stichverletzungen der Lunge ("Lungenfuchser")
bis 1840
allgemeine Verbreitung des Hiebcomments, Ausfeilung des Stils durch Chr. Kastrop, Göttingen. Entwicklung der Trennung von Schlägermensur und Säbelduell.
Verbot der Duelle mit Stoßwaffen 1840 auch in Jena als letzter deutscher Universität. Jena hatte wegen des noch immer vorgeschriebenen Stichduells kaum noch Studenten gewinnen können.
1857
Einführung der Paukbrille.
Die Mensur wird durch zunehmende Bandagierung immer starrer.
1883 - 1933
Mensur in Deutschland verboten. Der Reichsgerichtshof sah in der Mensur ein Duell mit tödlichen Waffen. Unter den Nationalsozialisten wurde die Mensur erst einmal erlaubt, um unter den Verbindungen werben zu können, doch
1906
Weimarer CC der farbentragenden Sängerschaften
1906
Erster Dachverbände akademischer Frauenvereine wird der Verband der Studentinnenvereine Deutschlands (gewerkschaftsähnlich, um Vorurteile abzubauen)
1908
Deutsche Landsmannschaft
1913
Eröffnung der Wachenburg als Ehrenmal durch WSC.
CV teilt sich in CV und KV (Kartellverband der katholischen Studentenvereine, nicht farbentragend).
Neue Strömung, zusammengefaßt als "Meißner Formel": alkoholfrei, naturverbunden, nikotinfrei, Pflege des Volkstanzes: häufig als Hochschulgilden bezeichnet.
1914
viele Korporationshäuser werden Lazarette etc.; Studentinnenvereine helfen in Lazaretten, Heimen, ...
1918 - 1935
Blütezeit der Korporationen
1919
DB verbietet Ehe mit Juden und Farbigen
1920
Deutsche Gildenschaft
1923
Großdeutsche Gildenschaft: fakultativ farbentragend, nicht schlagend, national, auch weibliche Mitglieder
1921
Erlanger Verbändeabkommen: Erlanger Ehrenabkommen: 21 schlagende und 9 nichtschlagende Verbände einigen sich auf ein Verfahren zur Bereinigung von Ehrenstreitigkeiten. Dies führt zu einer Verbesserung der Beziehungen zwischen den Bünden dieser Verbände.
1926
Gründung des NSDStB (Nationalsozialistischer Deutscher Studentenbund) mit antikorporativer Einstellung
1927
Deutsche Freischar auf Basis der Meißner Formel - wollte keine althergebrachte Organisation wollte "Bewegung" sein
1929
ca. 1900 Verbindungen
1931
NSDStB hat Mehrheit in der Deutschen Studentenschaft (DSt); die DSt ist zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht die offizielle Vertretung der deutschen Studenten
ab 1937
erneute Verfolgung der Schlägermensur. Statt dessen sollte die Mensur auf leichte Säbel ("Sprungmensur") für alle Deutschen als Weg der Bereinigung von Ehrenstreitigkeiten eingeführt werden. Der Gedanke der Bestimmungsmensur war jedoch verboten.
1953
das Bundesverfassungsgericht erklärt die Mensur für straffrei
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| Mensur.pdf | 16.48 KB |
